PV-Anlagen auf deutschen Dächern - ein 100.000-Dächer-Modell
Kosten - Nutzen von Solarzellen aus Silizium
Anschlussleistung
Nehmen wir an, genügend Eigenheime mit Satteldach stehen gut zur
Sonne und
können jeweils eine PV-Anlage mit jeweils 5 kWp Anschlussleistung aufnehmen.
Jedes Jahr werden 5000 PV-Anlagen verkauft, also 25000
kWp pro Jahr. In 20 Jahren entsteht also eine nominale Gesamtleistung 500000
kWp = 500 MWp. Beim Vergleich mit anderen Kraftwerken sollte man bedenken,
dass die Einschaltdauer während des Tages bei PV-Anlagen sehr gering
ausfällt und natürlich wetterabhängig ist.
In jedem Betriebsjahr nimmt die reale Anschlussleistung um 1%
ab. Nach 20 Jahren sind die Anlagen
kaputt und werden Jahr für Jahr durch neue ersetzt.
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Strom pro Jahr brutto netto
Die anfängliche Energieausbeute einer 5kWp-Anlage wird mit
4000 kWh pro Jahr angenommen.
Die graue Energie teilt sich auf in Herstellung sowie
Betrieb + Abbau. Für die Herstellung wird 20% der gesamten
Lebensdauer-Energieausbeute angenommen. Diese fällt im Jahr der
Neumontage an. Für Betrieb und Abbau werden 10% angenommen, die im Modell am
Ende der Lebensdauer eingerechnet wird.
Nach 20 Jahren fällt die graue Energie sowohl für
Herstellung als auch Abbau auf den Dächern an. |
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Summe PV-Energie brutto netto
Nach ca. 7 Jahren beginnt der volkswirtschaftliche Energiegewinn.
Im 10. Jahr liegt er bei 32 % der erzeugten elektrischen PV-Energie.
Im 20. Jahr liegt die Effizienz schon bei 63% und bewegt sich nach 40 Jahren
auf 67 %. Hierbei wird stillschweigend so getan, als ob die graue Energie
ausschließlich aus PV-Anlagen kommt. Experten, auch die von GREENPEACE,
legen aber auf jährlichen Energiemix um. Dieser verbessert sich zwar in
Zukunft zugunsten der erneuerbaren Energien, doch zur Zeit bringt die
Solarmodul-Produktion enorme CO2-Mengen mit sich. Hinzu kommt, dass
Siliziumzellen überwiegend mit elektrischer Endenergie hergestellt werden.
Der Primärenergiebedarf ist somit wesentlich höher, als die hier
dargestellte Entwicklung der grauen Energie. |
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Wer soll das bezahlen?
Idee des EEG: Die Netzbetreiber müssen die
von den Dächern eingespeisten kWh 20 Jahre konstant zu festgelegten Preisen
annehmen. Die Investoren wenden für eine Anlage anfangs 20000 € auf. Hält
sie 20 Jahre, dann wird pro Jahr 5% abgeschrieben. Wird anfangs 50 ct / kWh
vergütet, so ergibt sich eine Rendite von anfangs 5%. Prinzip Hoffnung: Die
Investitionskosten für Neuanlagen sinken vom Jahr 1 bis zum Jahr 20 um 2%/a.
Ebenso sinkt die Vergütung vom Jahr 1 bis zum Jahr 20 für Neuanlagen um 2%/a.
Alle Stromverbraucher sollen per EEG-Umlage die hohen Einspeisevergütungen
bezahlen. Sie berechnet sich aus EEG-Vergütung minus vermiedenem
Strombezugspreis aus anderen Kraftwerken (aus Sicht des Netzbetreibers).
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Folgt man der Idee der staatlichen gelenkten
Anschubfinanzierung für eine neue ökologische Technologie, so muss die
staatliche Lenkung irgend wann einmal aufhören. In der Grafik EEG-Umlage wurde
simuliert, dass sie nach 20 Jahren aufhört. Der vermiedene Strombezugspreis
wurde dabei von anfangs 5 ct/kWh (BMU,2008) alle 10 Jahre um 1ct/kWh höher
gesetzt. Im 20. Jahr wird die Neuinvestition einer 5 kWp-Anlage mit 12400 €
angenommen; zum letzten Mal die Einspeisevergütung mit 31 ct/kWh für 20 Jahre
garantiert. Nach 40 Jahren würde die EEG-Umlage auslaufen und keine Strompreiserhöhung für
den Stromkunden mehr verursachen (Im Jahr 2007 erhöhte sich der Strompreis lt.
BMU für den Endverbraucher durch die Umlage um etwa 1 ct/kWh). In Summe ergibt
sich im angenommenen 100.000-Dächer-Modell eine Umverteilung von 2,468 Mrd. Euro in 40
Jahren. Inflation wurde
nicht berücksichtigt.
Was kann die Entwicklung verändern? Was passiert nach 20 Jahren? Möglichkeiten:
a) Die alten Anlagen halten länger als 20 Jahre => die Renditen
steigen.
b) Der Wirkungsgrad neuer Solarmodule steigt drastisch =>
frühzeitiges repowering ? => graue Energie wird vergeudet.
c) Die KfW gibt den Investoren verbilligte Kredite => die
Renditen steigen => Anlagen-Neuinstallation pro Jahr erhöht sich => Steuerzahler muss zahlen.
d) Die Einspeisevergütung wird geringer als der Marktpreis der
kWh => Anlagenbesitzer versuchen, den gewonnenen Strom selbst zu nutzen.
e) Solarmodulhersteller wollen expandieren => Politik wird mit
dem Hinweis auf Arbeitsplätze gedrängt, die Förderung zu verlängern.
f) ...
Eine neue Förderung ist Realität:
Selbstgenutzter PV-Strom wird finanziell belohnt.
Planwirtschaft im Kapitalismus ist eben verzwickt. Die öffentlichen Fördergelder bezahlen wir alle.
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Letzte Änderung dieses Blattes 21.2.2010